Wohnbereich Silvia

Gemeinsames Wohnen nach Silviahemmet®.

In unserem Wohnbereich Silvia leben die Bewohner vollständig nach der Silviahemmet®-Philosophie. Einrichtung und Ausstattung der Räumlichkeiten sind darauf ausgelegt, den dementiell veränderten Menschen Struktur, Orientierung, Geborgenheit und Sicherheit zu geben.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. (Aristoteles)

Pflegerische Versorgungsleistungen finden ausschließlich in den eigenen Zimmern der Bewohner statt. Dies trägt dazu bei, dass unsere Bewohner den Wohnbereich nicht primär als Pflegeeinrichtung wahrnehmen. Gemeinschaftlich genutzte Bereiche decken Themen des Alltags wie Mahlzeiten, Literatur, Werken und Musik ab. Dies wirkt Isolation und Entfremdung entgegen. Denn für unsere Bewohner soll in erster Linie eines gelten: Hier ist ihr Zuhause.

Das Gebäude

Unser geschützter Wohnbereich ist architektonisch an das bestehende Pflegeheim St. Anna angegliedert und direkt mit diesem verbunden. Er ist nach den neuesten Erkenntnissen der Stiftung Silviahemmet® gestaltet. Das bedeutet, dass er nach anderen Maßstäben konzipiert ist, als man es bei nicht spezialisierten Wohnumgebungen tun würde. Alle Designs und Aufteilungen haben einen besonderen Hintergrund. Die Silviahemmet®-Philosophie setzen wir im St. Anna Stift im teilstationären Bereich der Tagespflege konzeptionell schon länger um.

Helfende Erinnerungen

Ein ganz wichtiger Ausgangspunkt und fester Bestandteil unserer Arbeit mit dementiell veränderten Menschen ist die sogenannte Biografiearbeit. Diese basiert auf allem Wissenswerten über das Leben unserer Bewohner wie Erinnerungen, Lebensgewohnheiten, Rituale und Hobbys. Die Biografiearbeit ermöglicht es, den Menschen mit Demenz in seiner Welt zu begrüßen und ihn dort emotional abzuholen. Wir nehmen uns deshalb die Zeit, zuzuhören und an jenen Geschichten teilzuhaben.

Tagesstrukturen zur Orientierung

Jeden Morgen findet innerhalb des Betreuungsteams die Regelkommunikation statt. Es werden verschiedene Punkte besprochen, wie die Reflexion des Vortages, Problemstellungen, Entwicklungen und die Beziehungsarbeit.

Nach der klassischen, individuellen Grundpflege finden nun die Vorbereitungen für das Frühstück statt. Symbolhaft werden hierzu die entsprechenden Dinge wie Geschirr, Blumen und Platzdeckchen vorbereitet.

Jeder Bewohner, der sich im Gemeinschaftsbereich einfindet, wird mit seinem Namen begrüßt. Nun beginnt das fordern und fördern jedes Einzelnen. Klare Anweisungen und das Vorleben der Tätigkeiten sind wichtig, um ein Nachahmen zu ermöglichen.

Die Essensphasen richten sich in ihrer Dauer nach den Bewohnern. Aktivitäten werden von den Betreuern angeboten und die Bewohner entscheiden ob und wenn ja, welche sie aufnehmen möchten.

Geplante Ruhephasen gibt es nicht, auch hier entscheidet jeder Bewohner über seine eigenen Zeiten der Erholung. Natürlich stehen immer die jeweiligen Bedürfnisse im Vordergrund. So können sich Zeiten verschieben oder, je nach Bedarf, ineinanderfließen.

Ruhezonen

Unsere Ruhezonen stehen jederzeit für unsere Bewohner als Rückzugsorte zur Verfügung. Dunkle, ruhige Töne gemäß unseres Farbkonzepts sorgen hier für eine bestmögliche Entspannung. Es gibt diverse Ruhesessel und auch verstellbare Pflegesessel um es sich gemütlich zu machen. Bei dem Wunsch nach völligem Rückzug kann natürlich auch immer das eigene Zimmer aufgesucht werden. Wir achten jedoch darauf, dass wir den Schlaf- und Wachrhythmus eines jeden Bewohners so gut wie möglich aufrechterhalten.

Sonne und Luft im Duft- & Sinnesgarten

Schattige Plätze, Rundwege und Hochbeete laden zum Spaziergang und zu leichten Gartenarbeiten ein. Bei schönem Wetter finden Mahlzeiten, je nach Wunsch, auf der Außenterrasse statt. Unsere Bewohner können einfach mal an der frischen Luft die Seele baumeln lassen und sich rundum wohlfühlen. Mehrfach täglich wird der Weg nach draußen gesucht und jedes Ankommen ist eine neue, begeisterte Wiederkehr.

Ein besonderes Umfeld

Der Begriff Millieugestaltung beschreibt die Gesamtstruktur und Optik des Umfeldes unserer Bewohner.

Farben haben einen wichtigen Einfluss auf alle Menschen. Das hat tiefenpsychologische Gründe. Weiß schafft als Nicht-Farbe eine klare Orientierung in Richtung farbiger Elemente. Erdtöne und Grün wirken beruhigend und Rot als aktivierende Farbe. In unserem Falle nutzen wir genau diese Wirkungen und Farbspektren um Räume und Gegenstände zu markieren und abzugrenzen.

So wurden in den Gemeinschaftsräumen an den Wänden und auf dem Boden viel Weiß und helle, warme Töne verwendet. Dadurch entsteht ein offener, geradliniger Bereich, der eine größtmögliche Orientierung bietet. Grobe Strukturen sowie Schwarz wurden gemieden. Es könnte fälschlicherweise durch einen Bewohner als Loch oder Hindernis wahrgenommen werden und zu Stürzen führen.

Erholungsbereiche wie der Lesebereich sind hauptsächlich in Grün gestaltet. Dadurch wird unbewusst erfasst, dass man sich hier erholen und zur Ruhe kommen kann. Auch die Flure in Richtung der Zimmer sind in hellen Erdtönen gehalten um einen beruhigenden Effekt auszuüben. Alle Bereiche und Gegenstände die eine konkrete Aktivität fordern wie z.B. Armlehnen, Trinkgläser und Türrahmen sind rot gefärbt. Einerseits bildet es einen starken Kontrast zu Weiß und hellen Tönen und andererseits ruft Rot instinktiv eine Handlungsreaktion ab.

Auf zu viel Dekoration im herkömmlichen Sinne wird verzichtet. Eingesetzt werden gezielte Dekorationen, die jahreszeitlich oder traditionell gelernt sind. Im Rahmen der Reminiszenzarbeit ist dies sinnvoll um Emotionen und Erinnerungen zu fordern und zu fördern. Uhren und Kalender dienen zur stillen Orientierung. Tageslicht trägt erwiesenermaßen für jeden Menschen zum Wohlgefühl und zur Gesundheit bei. So auch bei unseren Bewohnern und Mitarbeitern. Wir haben deshalb für große Fenster mit viel Lichteinfall gesorgt.

Ein strukturiertes Zuhause

Die Zimmer unserer Bewohner geben durch die Einrichtung und Farbwahl eine klare Struktur. Warme Farben wie Braun- und Grüntöne wirken beruhigend. Wenige Reize vermeiden zusätzlich Unruhezustände. Zusätzlich oder alternativ zu den vorhandenen Möbelstücken können eigene, liebgewonnene Möbelstücke integriert werden.

Unsere Tischkultur

Unsere große Speisetafel direkt am Küchenblock ist ein Zentrum der Kommunikation. Das Besondere ist hier, dass auch das Personal mit am Tisch sitzt und zusammen mit den Bewohnern Mahlzeiten einnimmt. So fördert es den Austausch miteinander und kann auch eine wichtige Orientierung für die Bewohner sein. Sie haben die Möglichkeit, Tätigkeiten zu beobachten und nachzuahmen. Das Vor- und Zubereiten von Speisen kann als Aktivitätsangebot genutzt werden. Die Bezugspersonen stellen die entsprechenden Vorräte und Speisen jeweils bereit.

Ein Ort der Erinnerungen

Im angrenzenden Waldstück, auf der West-Seite des Duft- und Sinnesgartens befindet sich unser Haus der Erinnerung. Einstmals fungierte das Haus als Rückzugsort der Ordensschwestern. Wir haben diesen geschichtsträchtigen Ort nun zu einem Raum der Erinnerungen umgebaut. Hier gibt es nun viele Gegenstände wie Bilder, Puppen, Haushaltswaren, Dekoartikel und Möbelstücke aus den vergangenen Jahrzehnten. Sie regen die Erinnerung an und lassen Vergangenes für unsere Bewohner wieder erlebbar und lebendig werden.

Gewinner des bpa Quality Awards 2015

Alle 2 Jahre vergibt der bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.) den „bpa Quality Award“ für innovative Projekte, die für eine nachhaltige Verbesserung der Qualitätsorientierung sorgen. Besonders gewertet werden Aspekte wie die Übertragbarkeit der Projekte auf andere Pflegeeinrichtungen sowie neue Ansätze im Bereich der Aus- und Weiterbildung. In Deutschland ist jede dritte Pflegeeinrichtung Mitglied im bpa. Wir sind eine von ihnen.

Wir haben uns mit der teilstationär wie vollstationär umgesetzten und gelebten Pflegephilosophie Silviahemmet® beworben und gewonnen. Durch die neue Wohngruppe, die deutschlandweit die erste ihrer Art im Bereich der vollstationären Pflege ist, setzen wir neue Maßstäbe im Bereich der Versorgung von demenziell erkrankten Menschen und deren Angehörigen. In unserem Hause leben und lehren wir diese Philosophie. Das heißt, dass wir nicht nur die Pflege der Bewohner, sondern ganz besonders auch die Bedürfnisse der Angehörigen und der Pflegekräfte berücksichtigen. Denn nur geschultes und zufriedenes Personal kann dem Erkrankten respektvoll und umsichtig begegnen. Als Ansprechpartner für alle Sorgen und Fragen der Angehörigen sind wir ein starker Partner an ihrer Seite und schaffen gemeinsam ein optimales Umfeld.

Silviahemmet® zu leben, heißt auch, gelernte Konventionen im pflegerischen Tagesablauf zu verlassen und sich mehr auf die Bedürfnisse und die Signale der demenziell veränderten Menschen einzulassen. Möchten auch Sie einen Menschen in Ihrem Umfeld so pflegen oder als Pfleger dieses Wissen anwenden, können Sie gern bei uns Weiterbildungen buchen. Mehr dazu finden Sie in unserem Bereich der Weiterbildungen.

Aktivitäten mit Freude

Wir bieten unseren Bewohnern eine Vielzahl an Aktivitäten an. Niemals aber drängen wir Aktivitäten auf. So werkeln manche Bewohner lieber im Werkbereich, andere helfen gerne bei den Hausarbeiten mit. Es geht um den kreativen Prozess und das menschliche Grundbedürfnis nach konkreter Beschäftigung. Die Feinmotorik wird so gefördert und Denkanstöße gegeben. Sicherheit ist uns hier ein großes Anliegen: Nichts geschieht ohne Betreuung und möglicherweise gefährdende Materialien werden stets sicher verwahrt.

Musik für die Seele

In unserem musischen Bereich bieten wir verschiedene Musik und Rhythmen an. Auch Instrumente sind vorhanden. Diese können, ebenso wie Musik aus alten Zeiten, Denkkapazitäten anregen. Bei bestimmten Aktivitäten, wie z.B. Gruppenvalidation und gymnastische Übungen ist Musik förderlich für Bewegungsmuster. Ein gezieltes aktivieren der Bewohner ist erwünscht, wir achten natürlich darauf, dass der musische Bereich nicht zur Dauerbeschallung Aller wird.